E-Zigarette vs. Tabakzigarette
Erstellt am 03.04.2012Von 58328 männlichen Krebstodesfällen in Deutschland im jahre 1995 wurden 50-70 % durch das Rauchen verursacht, wobei die Rate bei Kehlkopfkrebs 80 % und bei Lungenkrebs 75-90 % betrug. Hauptursache für das erhöhte Krebsrisiko aber auch für andere Frolgeerkrankungen von Rauchern ist eine unüberschaubare Anzahl von Fremdstoffen, die bei der Verbrennung von Tabakrauch und durch pyrolyse von Zigarettenpapier gebildet werden. In der Gasphase von Tabakrauch wurden bisher mehr als 500 chemische Verbindungen identifiziert, in der Partikelphase (Kondensat) mehr als 4000, darunter 69 anerkannte cancerogene Stoffe und eine Vielzahl toxischer, z. T. hochreaktiver Substanzen. In der E-Zigarette wird die Nikotinlösung elektrothermisch verdampft, sodass keine aktive Verbrennung stattfindet. Im Unterschied zum Tabakrauch enthält der inhalierte Dampf daher weder Teer, noch Kodensat oder Kohlenmonoxid. Wie bei anderen substitutionspräparaten ist daher kein erhöhtes Risko für die oben genannten Erkrankungen zu erwarten. Das Gesundheitsrisiko der elektrischen Zigarette ist daher im Vergleich zu Tabakwaren, wesentlich niedriger.
Vergleich mit anderen Formen der Nikotinsubstitution
Im Vergleich zu anderen Fromen der Nikotinsubstitution hat die elektrische Zigarette mehrere Vorteile. Besonders hervorzuheben ist die bessere Dosierbarkeit und damit Anpassung an den Bedarf des Rauchers. Die Rate der Nikotinfreisetzung aus Depotpräparaten (Pflastern) ist nicht konrollierbar, das Kauen von Nikotin-Kaugummis fürht häufig zu unerwünschten Spitzen der Nikotin-Plasmakonzentration und entsprechenden Nebenwirkungen (u. a. heftiger sehr unangenehmer Schluckauf). Die elektrische Zigarette ermöglicht hingegen die exakte Anpassung der Nikotin-Dosis an den aktuellen Bedarf. Ein weiterer Vorteil ist die Verfügbarkeit von e-Liquids mit abnehmendem Nikotingehalt. Dies ermöglich den Konsumenten eine schrittweise Reduktion der Nikotindosis.
Auch hat die e-Zigarette psychologische Vorteile. Die e-Zigarette simuliert den Prozess des Rauchens sehr real: man hält eine Zigaretten -Attrappe in der Hand, man kann daran ziehen, es entsteht ein rauchähnlicher Dampf und an der Spitze simuliert ein Licht die Glut. Unter Berücksichtigung des Suchtverhaltens von Rauchern und deren motorischer Bedürfnisse ist diese Simulation des Rauchens ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Nikotinsubstitutions-Präparaten.
Passives Rauchen
"Passiver Rauch", eine Mischung aus dem Rauch von Zigaretten, Zigarren oder Pfeiffen und der Atemluft von Rauchern, wird von Nichtrauchern unfreiwillig eingeatment und hat möglicherweise gesundheitsschädliche Wirkungen. Da in der elektrischen Zigarette keine Verbrennung stattfindet, entsteht kein Rauch, der die Gesundhiet von Nichtrauchern beeinträchtigen könnte. Nachdem mehr als 98% des inhalierten Nikotins in der Lunge verbeliben, können auch schädliche Wirkungen der Ausatmeluft ausgeschlossen werden. Es bestehen daher keine Einwände gegen Verwendung der elektrischen Zigarette in geschlossenen Räumen.